KI-Kompetenz nachweisen: So dokumentieren Sie die Pflicht aus Artikel 4

Artikel 4 verlangt Kompetenz, kein bestimmtes Siegel. Dieser Beitrag erklärt, warum es kein amtliches EU-Zertifikat gibt, was ein guter Teilnahmenachweis enthält und wie Sie die Pflicht im Unternehmen prüfbar dokumentieren.

Henning MichalekStand: 22. Juni 20262 Min. Lesezeit

Artikel 4 des EU AI Act verlangt KI-Kompetenz, aber kein bestimmtes Siegel. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn um sie ranken sich Missverständnisse. Es gibt kein amtliches EU-Zertifikat, das man erwerben müsste. Was die Verordnung erwartet, ist nachweisbare Kompetenz. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie diesen Nachweis sauber führen, für sich selbst oder für ein ganzes Team.

Warum es kein offizielles EU-Zertifikat gibt

Der AI Act schreibt vor, dass Kompetenz vorhanden sein muss, überlässt aber den Weg dahin den Unternehmen. Es gibt bewusst kein staatliches Prüfungs- oder Zertifizierungssystem für KI-Kompetenz nach Artikel 4. Wer mit einem amtlichen EU-Zertifikat wirbt, führt deshalb in die Irre.

Seriös ist die Sprache vom Teilnahmenachweis. Er dokumentiert, dass eine Person eine Schulung mit den richtigen Inhalten absolviert hat. Genau das macht Ihre Maßnahme prüfbar und entspricht dem, was die Verordnung der Sache nach verlangt.

Vorsicht bei Werbeversprechen

Formulierungen wie „EU-zertifiziert" oder „amtlich anerkannt" sind bei KI-Kompetenz-Schulungen sachlich falsch, weil es eine solche staatliche Anerkennung nicht gibt. Achten Sie auf Anbieter, die ehrlich von einem Teilnahmenachweis sprechen.

Was ein belastbarer Nachweis enthält

Ein Nachweis ist nur so viel wert wie seine Prüfbarkeit. Diese Angaben sollten darauf stehen:

  • Wer: Name der geschulten Person.
  • Was: die abgedeckten Inhalte, mit klarem Bezug auf Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689.
  • Wann: das Datum der absolvierten Schulung.
  • Echtheit: eine Möglichkeit zur Überprüfung, etwa ein eindeutiger Verifizierungscode oder ein QR-Code, der auf eine Bestätigungsseite führt.

Erst die Prüfbarkeit macht aus einem hübschen PDF einen belastbaren Nachweis. Ein Code, den ein Auftraggeber oder eine Aufsicht selbst verifizieren kann, ist deutlich mehr wert als ein bloßes Dokument.

Dokumentation im Unternehmen

Für einzelne Personen genügt der persönliche Nachweis. In einem Team kommt die Übersicht hinzu. Halten Sie zentral fest, wer welche Schulung wann abgeschlossen hat. Ein zusammenfassender Bericht über alle Beschäftigten erleichtert die Vorlage erheblich, sei es gegenüber einer Aufsichtsbehörde, einem Geschäftskunden oder im Schadensfall.

Wie Sie die Schulung im Team organisieren, lesen Sie unter KI-Schulung für Mitarbeiter.

Der Nachweis als Sorgfaltsbeleg

Über die reine Pflichterfüllung hinaus hat der Nachweis einen handfesten Wert. Wenn ein KI-gestützter Vorgang einmal hinterfragt wird, belegt eine saubere Dokumentation, dass Sie Ihre Kompetenzpflicht ernst genommen haben. Das ist im Streitfall ein starkes Argument und im Alltag ein gutes Gefühl.

Den vollständigen Pflichtenrahmen und die Hintergründe finden Sie im Leitfaden zu Artikel 4.

Häufige Fragen

Gibt es ein offizielles EU-Zertifikat für KI-Kompetenz?+

Nein. Weder die EU noch eine staatliche Stelle vergibt ein amtliches Zertifikat für KI-Kompetenz nach Artikel 4. Seriöse Anbieter stellen einen Teilnahmenachweis aus, der die absolvierte Schulung dokumentiert.

Was muss ein KI-Kompetenz-Nachweis enthalten?+

Name der geschulten Person, die abgedeckten Inhalte mit Bezug auf Artikel 4 EU AI Act, das Datum und eine Möglichkeit zur Echtheitsprüfung, etwa einen Verifizierungscode oder QR-Code. So wird der Nachweis prüfbar.

Wie dokumentiere ich die Schulung für mehrere Mitarbeiter?+

Am einfachsten über eine zentrale Übersicht, die pro Person Schulung, Datum und Status festhält. Ein zusammenfassender Bericht für das Unternehmen erleichtert die Vorlage gegenüber Aufsicht, Kunden oder im Prüfungsfall.

Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act), EUR-Lex. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

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